Bericht von der Free Cities Conference 2026 in Prospera, Roatan

Die diesjährige Free Cities Conference fand erstmals in der freien Privatstadt Prospera auf der honduranischen Insel Roatan statt. Vor über zehn Jahren hatte ich erstmals von Titus Gebel von Prospera gehört, als dort noch nichts stand und die Verhandlungen mit der honduranischen Regierung gerade erst liefen.

Wegen der langen Anreise – Flug via Miami mit Übernachtung – hatte ich Prospera bisher nie besucht. Die Konferenz war nun jedoch der Anlass für mich, dies nachzuholen. Heute steht in Prospera mit dem Beta-Tower das höchste Gebäude der Insel Roatan: ein Hochhaus mit Erdgeschoss, drei Parkgeschossen und zehn Wohn- bzw. Bürogeschossen. Wie es sich für ein Hochhaus in der Karibik gehört, gibt es auch einen Swimmingpool auf der Dachterrasse. Zwei weitere Türme sind geplant. Prospera ist zwar noch kein Staat, aber doch ein Ort, an dem viel Unternehmergeist herrscht. Wer eine Firma unter Common Law eröffnen möchte, kann innerhalb von 48 Stunden alle Formalitäten erledigen und loslegen.

Auf der Konferenz selbst wurden wieder eine Vielzahl von Projekten vorgestellt beziehungsweise Updates gegeben. Ein Highlight war sicher der Vortrag von Joe Quirk „Let’s Make Seasteads Legal«, der nicht nur interessant und unterhaltsam vorgetragen wurde, sondern bei dem er auch verkünden konnte, dass das erste Haus in internationalen Gewässern bezugsbereit ist und eine Flagge von Panama erhalten hat – ein Haus auf offener See ist damit einer Yacht gleichgestellt. Tim Stern von Crypto City (ein Projekt in Venezuela) konnte verkünden, dass es nach Maduro nun deutlich mehr Interesse gibt.

Bei den Free Cities Awards wurde unter anderem das Freiheits-Ranking von staatenlos.ch ausgezeichnet. In diesem Ranking werden nicht Staaten, sondern auch Gebiete innerhalb von Staaten verglichen. Man kann mit verschiedenen Einstellungen das für die persönliche Situation beste Ranking finden. Im Standard-Ranking schneidet Prospera am besten ab, noch vor El Salvador. Der Kanton Zug als bestes Schweizer Gebiet taucht erst auf Platz 20 auf. Am Samstag war das Highlight das Streitgespräch zwischen Stephan Kinsella und Brian O’Beirne zum Thema, ob freie Privatstädte geistiges Eigentum schützen sollten. Kinsella hatte die besseren Argumente dafür, dass geistiges Eigentum keinen Schutz haben sollte.

Wer sich weiter für die Konferenz interessiert, findet auf YouTube beim Kanal „Free Cities Foundation» die Aufzeichnung der gesamten Konferenz.

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