Libertäre Grüsse aus Waghäusel-Kirrlach

Am vergangenen Samstag nahm ich zum ersten Mal am jährlichen Roland-Baader-Treffen teil, das traditionsgemäss an seinem Geburts-, Lebens- und Sterbeort Kirrlach in Nordbaden stattfand.

Meine anfängliche Befürchtung, das Treffen bestehe lediglich aus einer kleinen Runde von Personen aus dem persönlichen Netzwerk Roland Baaders, erwies sich spätestens beim Anblick des gut gefüllten Parkplatzes vor dem Veranstaltungsort als gegenstandslos. Die Teilnehmerschaft setzte sich aus einem bemerkenswerten Mix aus Anarchokapitalisten, Minarchisten, Ordoliberalen und Konservativen zusammen. Auch ein ehemaliger Politiker und Herausgeber eines nationalkonservativen Mediums aus dem helvetischen Flaach war angereist. Gerade Letztere bestanden zu einem guten Teil aus Weggefährten Roland Baaders, der in Ermangelung eines genuin deutschsprachigen libertären Mediums anfänglich häufig in konservativen Presserzeugnissen publizierte.

Zu Beginn der Veranstaltung stand ein gemeinsamer Spaziergang zu Roland Baaders Grab auf dem nahegelegenen Gemeindefriedhof an, wo er zusammen mit seiner ebenfalls früh verstorbenen Gattin seine letzte Ruhe gefunden hat. Anschliessend begann der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung:

Nach einer Laudatio von Steffen Krug leitete dieser zügig zur Verleihung der diesjährigen Roland-Baader-Auszeichnung über, die in diesem Jahr an den Autor, Gestalttherapeuten und Anarchisten Stefan Blankertz ging. Bei der Vorstellung seiner Person durch André Lichtschlag und Martin Moczarski wurden zahlreiche interessante Aspekte seines Wirkens bekannt.

In Blankertz’ Dankesrede kam deutlich seine Überzeugung zum Ausdruck, dass eine Überwindung der Herrschaft des allmächtigen Staates nur durch eine Rückkehr zur Subsidiarität — pointiert: Gemeinderecht bricht Bundesrecht — und durch die gleichzeitige Respektierung des Sezessionsrechts jedes Einzelnen möglich sei.

Zur Abrundung des gemütlichen und sonnigen Nachmittags gab „die Stahlfeder“ eine kabarettistische Einlage zum Thema Politik und Vielgeschlechtlichkeit zum Besten, die stellenweise so spitzzüngig war, dass den Teilnehmern aus dem konservativen Lager gelegentlich das Lachen im Halse stecken blieb. Der anschliessende tosende Applaus sowie die zahlreichen Gespräche bei kühlem Bier und Currywurst gaben jedoch die Gewissheit, dass sich ein grosser Teil der Teilnehmerschaft des Roland-Baader-Treffens klar im libertären und anarchokapitalistischen Umfeld verortet.

Vielleicht treffe ich nächstes Jahr ja auch ein paar andere LP-Supporter?

Alexander Schmied

2 Comments

  1. Eine kleine Korrektur:
    Nach einer
    Laudatio von Steffen Krug leitete dieser zügig zur Verleihung der diesjährigen Roland-Baader-Auszeichnung über, die in diesem Jahr an den Autor, Gestalttherapeuten und Anarchisten Stefan Blankertz ging.

    Bei der Vorstellung seiner Person durch André Lichtschlag und Martin Moczarski
    wurden zahlreiche interessante Aspekte seines Wirkens bekannt.

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